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Auto aus den USA importieren und anmelden
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Auto aus den USA importieren und anmelden

US-Autos brauchen in Deutschland eine Zollabfertigung (10 % Zoll plus 19 % Einfuhrumsatzsteuer), Umbauten auf EU-Normen und eine Vollabnahme nach § 21 StVZO durch TÜV oder DEKRA. Erst danach folgt die reguläre Anmeldung. Rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten und bei 20.000 Euro Kaufpreis mit rund 9.000 bis 11.000 Euro zusätzlich. Als Sammlungsstück anerkannte Oldtimer zahlen dagegen keinen Zoll und nur 7 % Einfuhrumsatzsteuer.

Redaktion DeutschlandZulassung 7 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Auto aus den USA importieren: Wie läuft das ab?

Welche Dokumente brauche ich für den Import aus den USA?

Die wichtigsten Papiere sind: der US-Title (Fahrzeugbrief), die aktuelle Registration (Zulassungsschein), ein Kaufvertrag oder eine Bill of Sale und die Abmeldebescheinigung der DMV (Department of Motor Vehicles). Zusätzlich brauchen Sie für die Zollabfertigung eine formlose Vollmacht, Kopien des Titles und der Registration sowie eine Abmeldebescheinigung. Diese Dokumente reichen Sie beim Hafenzollamt Bremerhaven ein.

Die US-Registration muss mindestens ein halbes Jahr gültig sein. Beim Privatkauf bekommen Sie die Bill of Sale direkt vom Verkäufer, einen einfachen Kaufvertrag ohne notarielle Beglaubigung. Englische Originale akzeptieren deutsche Behörden.

Der teuerste Fehler beim US-Import passiert vor dem Kauf: Papiere zu spät anfordern. Ein Fahrzeug ohne Title steht im Hafen, und Standgeld läuft täglich weiter. Fordern Sie alle Unterlagen an, bevor Sie Geld überweisen.

Wie läuft die Zollabfertigung in Bremerhaven ab?

Das Fahrzeug kommt per Schiff in Bremerhaven an. Hier beginnt die Zollabfertigung, und hier entstehen die ersten größeren Kosten. Für Personenkraftwagen aus Drittländern gilt ein Zollsatz von 10 %, dazu kommen 19 % Einfuhrumsatzsteuer. Ein Beispiel: Kaufen Sie einen Ford Mustang für 20.000 Euro, sind das rund 2.000 Euro Zoll und rund 3.800 Euro Einfuhrumsatzsteuer, zusammen etwa 5.800 Euro.

Rechnen Sie diesen Überschlag als Untergrenze. Die Einfuhrumsatzsteuer wird nämlich nicht auf den reinen Kaufpreis erhoben, sondern auf den Zollwert einschließlich Fracht- und Versicherungskosten plus den bereits berechneten Zoll. Bei 1.200 Euro Fracht liegt die Bemessungsgrundlage im Beispiel bei rund 23.300 Euro, die Einfuhrumsatzsteuer entsprechend bei etwa 4.400 statt 3.800 Euro.

Oldtimer werden anders behandelt, und günstiger, als viele denken. Erkennt der Zoll das Fahrzeug als Sammlungsstück von geschichtlichem Wert an (Zolltarifposition 9705), fällt gar kein Zoll an, und die Einfuhrumsatzsteuer sinkt auf den ermäßigten Satz von 7 %. Aus rund 5.800 Euro werden dann etwa 1.400 Euro. Automatisch passiert das aber nicht: Das Fahrzeug muss in der Regel mindestens 30 Jahre alt sein, das Modell darf nicht mehr hergestellt werden, und es muss weitgehend im Originalzustand sein. Umgebaute oder restaurierte Fahrzeuge fallen häufig durch. Lassen Sie die Einreihung vorab klären, bevor Sie mit dem niedrigen Satz kalkulieren.

Zur Zollabfertigung müssen Sie vorab eine Internet-Zollanmeldung-Einfuhr online beim Zoll beantragen. Das Formular reichen Sie dann beim Hafenzollamt vor Ort ein, zusammen mit den Dokumenten (Kaufvertrag, Title-Kopie, Registration-Kopie, DMV-Abmeldebescheinigung). Der Zoll prüft die Unterlagen, berechnet die Gebühren und gibt das Fahrzeug frei. Danach können Sie es abholen oder zu einer Werkstatt transportieren lassen.

Zoll und Einfuhrumsatzsteuer beim US-Import
Kostenposition Prozentsatz Beispiel (20.000 €)
Zoll (Pkw) 10 % 2.000 €
Einfuhrumsatzsteuer (Pkw) 19 % 3.800 € (ohne Fracht gerechnet)
Zusammen bei einem Pkw 29 % ab 5.800 €
Zoll (anerkanntes Sammlungsstück) 0 % 0 €
Einfuhrumsatzsteuer (anerkanntes Sammlungsstück) 7 % 1.400 €

Welche technischen Umbauten sind notwendig?

Nach der Zollabfertigung kommt das Auto in die Werkstatt, und hier wird es aufwendig. US-Fahrzeuge sind nicht für europäische Straßen gebaut. Typische Anpassungen sind: Scheinwerfer mit ECE-Prüfzeichen und asymmetrischem Abblendlicht, gelbe statt roter Blinker hinten, eine Nebelschlussleuchte, ein Tacho mit km/h-Anzeige statt nur mph und ein Abgasgutachten nach Euro-Norm.

Ein Rechenbeispiel für ein typisches Muscle Car aus Kalifornien: Der Umbau der Beleuchtung kostet in der Werkstatt etwa 800 bis 1.500 Euro, das Abgasgutachten 300 bis 600 Euro, weitere Anpassungen wie Geräuschdämmung und Sicherheitsausstattung schlagen mit 500 bis 1.000 Euro zu Buche. Zusammen also 2.000 bis 3.500 Euro, zusätzlich zu Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Holen Sie diese Angebote ein, bevor Sie in den USA kaufen, nicht danach.

Wichtig: Nicht alle US-Modelle sind gleich aufwendig. Neuere Fahrzeuge (ab 2015) haben oft schon EU-kompatible Komponenten und benötigen weniger Umbau. Ältere Modelle oder Spezialfahrzeuge (Muscle Cars, Trucks) erfordern deutlich mehr Anpassungen.

Was ist die Vollabnahme nach §21 StVZO und wie läuft sie ab?

Die Vollabnahme ist die amtliche Prüfung, die entscheidet, ob Ihr US-Auto in Deutschland fahren darf. Sie wird von TÜV oder DEKRA durchgeführt und ist für alle Fahrzeuge ohne EU-Typgenehmigung zwingend erforderlich. Bei der Vollabnahme werden alle technischen Anpassungen überprüft: Beleuchtung, Bremsen, Abgaswerte, Geräuschentwicklung, Sicherheitsausstattung und Fahrwerk.

Zur Vollabnahme bringen Sie folgende Dokumente mit: den US-Title, die Zollunbedenklichkeitsbescheinigung (vom Zoll), eine KBA-Auskunft (Kraftfahrt-Bundesamt), das Fahrzeugdatenblatt, ein lichttechnisches Gutachten und ein Abgasgutachten. Die Prüfung selbst dauert etwa 2–3 Stunden und kostet 150–300 Euro. Wenn alles passt, erhalten Sie die Bescheinigung über die bestandene Vollabnahme. Damit ist die Anmeldung möglich.

Verwechseln Sie die Vollabnahme nicht mit der Hauptuntersuchung. Die HU prüft, ob ein zugelassenes Fahrzeug noch in Ordnung ist. Die Vollabnahme entscheidet, ob es überhaupt zugelassen werden darf.

Wie melde ich das US-Auto nach der Vollabnahme an?

Nach bestandener Vollabnahme ist das Fahrzeug zulassungsfertig. Jetzt läuft alles wie bei einem normalen Gebrauchtkauf ab. Sie gehen zum Straßenverkehrsamt, bringen die Vollabnahme-Bescheinigung, den US-Title (als Eigentumsnachweis), einen Kaufvertrag oder eine Rechnung, Ihren Personalausweis und eine eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) mit. Die eVB-Nummer beantragen Sie kostenlos bei Ihrer Kfz-Versicherung. Sie ist 6 Monate gültig und kommt online meist in unter 5 Minuten.

Das Straßenverkehrsamt prüft die Unterlagen, berechnet die Zulassungsgebühren (typisch 30–50 Euro je nach Bundesland) und vergibt ein deutsches Kennzeichen. Danach können Sie die Kennzeichen abholen und das Auto fahren. Wenn Sie möchten, können Sie auch ein Wunschkennzeichen nehmen, dafür verlangt die Zulassungsstelle rund 10 bis 15 Euro zusätzlich.

Der US-Title gilt als Eigentumsnachweis. Viele Zulassungsstellen verlangen zusätzlich eine beglaubigte Übersetzung von einem beeidigten Übersetzer (etwa 50–100 Euro).

Wie lange dauert der gesamte Prozess und was kostet er?

Rechnen Sie mit 3–6 Monaten vom Kauf bis zur Anmeldung: Versand (4–6 Wochen), Zollabfertigung (1–2 Wochen), Umbau und Gutachten (2–4 Wochen), Vollabnahme (1–2 Wochen), Anmeldung (1 Tag). Klemmt es beim Zoll oder passen Umbauten nicht sofort, kommen 8–10 Wochen dazu.

Neben dem Kaufpreis für das Auto selbst müssen Sie rechnen mit: Zoll und Einfuhrumsatzsteuer (zusammen mindestens 29 % des Kaufpreises), Umbau und Gutachten (2.000–3.500 Euro), Vollabnahme (150–300 Euro), Seefracht (800–1.500 Euro), Übersetzung des Titles (50–100 Euro) und Zulassungsgebühren (30–50 Euro). Bei einem Kaufpreis von 20.000 Euro landen Sie damit bei rund 9.000 bis 11.000 Euro zusätzlich. Je teurer das Fahrzeug, desto stärker schlagen Zoll und Steuer durch: bei 35.000 Euro Kaufpreis sind es schnell 15.000 Euro obendrauf.

Kostenblöcke eines US-Imports
Kostenblock Typischer Bereich
Zoll + Einfuhrumsatzsteuer (mind. 29 % des Kaufpreises) ab 5.800 € (bei 20.000 € Kaufpreis)
Versand USA → Bremerhaven 800–1.500 €
Umbau auf EU-Normen 2.000–3.500 €
Vollabnahme TÜV/DEKRA 150–300 €
Übersetzung Title + Dokumente 50–150 €
Zulassungsgebühren 30–50 €
Gesamtbudget zusätzlich zum Kaufpreis rund 9.000–11.000 € bei 20.000 € Kaufpreis

Welche Besonderheiten gibt es bei Oldtimern und Spezialfahrzeugen?

Beim anerkannten Sammlungsstück sparen Sie bei Zoll und Steuer, zahlen aber bei der Technik drauf: Die Vollabnahme ist aufwendiger, weil alte Fahrzeuge weniger Sicherheitsausstattung haben. Spezialfahrzeuge wie Trucks oder Muscle Cars brauchen mehr Umbau, etwa eine Airbag-Nachrüstung oder eine moderne Bremsanlage.

Wichtig: Nicht alle US-Modelle sind in Deutschland erlaubt. Fahrzeuge, die in den USA eine andere Spurweite haben oder zu breit sind, können nicht zugelassen werden. Lassen Sie vor dem Kauf eine Auskunft beim Kraftfahrt-Bundesamt einholen. Sie kostet etwa 30 Euro und zeigt, ob das Modell in Deutschland zulassungsfähig ist.

Fazit

Ihr nächster Schritt: Klären Sie zuerst, ob das Wunschmodell in Deutschland zulassungsfähig ist. Die Auskunft beim Kraftfahrt-Bundesamt ist billiger als ein Fahrzeug, das im Hafen steht. Danach kalkulieren Sie Zoll und Steuer und holen Angebote für den Umbau ein. Erst dann kaufen.

Der letzte Schritt muss nicht kompliziert sein: Steht das Fahrzeug fertig da und hat es eine EU-Typgenehmigung, melden wir es elektronisch für Sie an. Papiere und geprägte Kennzeichen kommen zu Ihnen nach Hause. Bei einer Einzelgenehmigung nach § 21 StVZO liegen dem Kraftfahrt-Bundesamt oft keine Typdaten vor; dann bleibt der Weg über den Schalter Ihrer Zulassungsstelle.

Häufige Fragen

Welche Dokumente brauche ich, um ein Auto aus den USA zu importieren? +

Sie benötigen: US-Title (Fahrzeugbrief), aktuelle Registration (mind. 6 Monate gültig), Kaufvertrag/Bill of Sale, DMV-Abmeldebescheinigung, formlose Vollmacht für den Zoll und Kopien aller Dokumente. Insgesamt etwa 8–10 Unterlagen.

Wie viel kostet die Zollabfertigung eines US-Autos in Deutschland? +

Für einen Pkw 10 % Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer. Bei 20.000 Euro Kaufpreis sind das mindestens 5.800 Euro, da die Steuer auch auf Fracht und Zoll erhoben wird. Erkennt der Zoll das Fahrzeug als Sammlungsstück an, entfällt der Zoll und die Steuer beträgt nur 7 %: rund 1.400 Euro.

Was ist eine Vollabnahme nach §21 StVZO und warum ist sie nötig? +

Die Vollabnahme ist eine amtliche Prüfung durch TÜV oder DEKRA, die prüft, ob das US-Auto alle deutschen Vorschriften erfüllt. Sie kostet 150–300 Euro und ist zwingend, weil US-Fahrzeuge keine EU-Typgenehmigung haben.

Welche technischen Umbauten muss ein US-Auto für Deutschland haben? +

Scheinwerfer auf EU-Norm, Blinkerfarben anpassen, Tacho mit km/h-Anzeige, Abgasgutachten nach Euro-Norm, Geräuschdämmung. Kosten typisch 2.000–3.500 Euro je nach Fahrzeugalter.

Wie lange dauert der gesamte Import eines US-Autos? +

3–6 Monate: Versand (4–6 Wochen), Zollabfertigung (1–2 Wochen), Umbau (2–4 Wochen), Vollabnahme (1–2 Wochen), Anmeldung (1 Tag). Bei Verzögerungen auch bis 10 Wochen länger.

Kann ich jedes US-Auto in Deutschland anmelden? +

Nein. Fahrzeuge mit abweichender Spurweite oder Breite sind nicht zulassungsfähig. Lassen Sie vor dem Kauf eine KBA-Auskunft machen (30 Euro). Sie zeigt, ob das Modell in Deutschland erlaubt ist.

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Die Anmeldung läuft ohne Behördentermin.

Angaben online erfassen, digital per Ausweis und Smartphone unterschreiben. Den Antrag reichen wir bei Ihrer Zulassungsstelle ein, Papiere und geprägte Kennzeichen kommen zu Ihnen nach Hause.

ab 109,90 €

Endpreis inklusive aller Behördengebühren

Fahrzeug anmelden

Quellen

  1. [1] Import von Fahrzeugen aus den USA und Kanada - ADAC · ADAC
  2. [2] § 21 StVZO — Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge · Bundesministerium der Justiz
  3. [3] Zoll und Einfuhrabgaben für Privatpersonen · Generalzolldirektion
  4. [4] Kraftfahrt-Bundesamt — Auskünfte zu Fahrzeugtypen · Kraftfahrt-Bundesamt